Prometheus – wie ein Fortschritts-Mythos von der Antike bis zu Elon Musk trägt
Prometheus hat den Menschen das Feuer gebracht und sich dafür mit den Göttern angelegt – so heißt es in einem Mythos der griechischen Antike. Das inspiriert in der Folge viele Menschen zu fast allein Zeiten, darunter sind auch Johann Wolfgang von Goethe und die Frankenstein-Autorin Mary Shelley. Denn diese Erzählung enthält Grundelemente und Konflikte, die unsere Entwicklung prägen, unsere Hoffnung in technischen Fortschritt, unsere Ängste vor Kontrollverlust, den Wunsch, die Welt zu formen, und immer wieder die Lust oder Antrieb, Grenzen nicht zu akzeptieren und sie letztlich auch zu überschreiten.
Deshalb haben wir in dieser besonderen Folge mit dem Altphilologen Jonas Grethlein gesprochen. Der Leibniz-Preisträger forscht und lehrt an der Universität Heidelberg und hat ein äußerst lesenswertes Buch über den Prometheus-Mythos geschrieben, das gerade im Verlag C.H. Beck erschienen ist. Er erklärt, wann und wie der Mythos entstand, was darin vorkommt und wie er zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Gründen verarbeitet wurde und wird. Immer wieder stellte und stellt sich, wie schon beim Feuer, eine gewisse Ambivalenz heraus – es kann wärmen oder verbrennen.
Grethlein wendet den Mythos auf drei Bereiche an: Technik, Freiheit und Arbeit. Alle drei werden davon lehrreich berührt, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hilft sogar, die Diskussion über die Künstliche Intelligenz besser zu verstehen. Benjamin Franklin kommt vor, Lord Byron, Goethe, Elon Musk und viele andere. Und natürlich geht es auch um die gegenwärtig mitunter besonders angesagte Frage: Können wir ewig leben?
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