F.A.Z. Digitalwirtschaft

F.A.Z. Digitalwirtschaft

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:03: Wir sprechen oft über künstliche Intelligenz im Büro, in der Fabrik oder im Auto.

00:00:09: Aber die vielleicht radikalste Anwendung künstlicher Intelligenze sehen wir gerade auf dem Schlachtfeld.

00:00:18: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des FAZ Digitalwirtschafts Podcasts, liebe Hörerinnen und Hörern!

00:00:25: Und heute mit einem ganz besonderen Gesprächspartner dem CEO und Mitbegründer eines Unternehmens, von dem sie möglicherweise noch nie gehört haben.

00:00:38: Es geht um einen Software-Plattform am Anbieter.

00:00:41: es geht um das Unternehmen dass das Android Betriebssystem so heißt es für Drohnen programmiert hat.

00:00:47: es geht Um das Unternehmen mit dem Namen Auterion und hier im FAZ Digital Wirtschaft Podcast begrüße ich Dr.

00:00:57: Lorenz Meier, den CEO und Co-Founder.

00:00:59: Hallo Herr Meier!

00:01:01: Guten Tag!

00:01:01: Ich freue mich sehr hier zu sein heute.

00:01:05: Ganz toll dass das heute geklappt hat.

00:01:08: Lieber Herr Meyer, ich stelle Sie mal kurz vor weil es vermutlich vielen Hörerinnen und Hörern so geht wie mir bevor ich sie über eine E-Mail kennengelernt habe denn vorher war auch da bei mir noch nicht viel Wissen.

00:01:24: Sie sind der CEO von Auterion und gelten als Solistbahn, wenn man sich vorbereitet.

00:01:31: Der wichtigste technologische Kopf der modernen Drohnenindustrie.

00:01:35: Ihre Wurzeln liegen in der akademischen Spitzenforschung.

00:01:39: während ihrer Promotion an der ETH Zürich haben sie dort vom Jahr Open Source Standard für die Drohnensteuerung entwickelt, vergleichbar mit dem was Linux für Server ist und sie haben diesen akademischen Erfolg genommen.

00:02:11: Die Drone Code Foundation unter dem Dach der Linux Foundation ins Leben gerufen den Schärmen bis heute Sie bis heute sind.

00:02:19: und zwei tausend siebzehn das Unternehmen Auterion gegründet, dessen CEO sie sind und das Ziel war und ist.

00:02:29: Und Sie kommen diesem Ziel auch immer näher oder haben es auch schon erreicht diese offenen Standards für staatliche und militärische Anwendungen nutzbar zu machen.

00:02:39: Sie pendeln zwischen zwei Welten der Softwareentwicklung in Europa im München und der strategischen Verteidigungspolitik in Washington wo sie unter anderem auch die US Regierung beraten.

00:02:56: Ist das soweit richtig und habe ich entscheidend es vergessen?

00:03:00: Es war jetzt ja schon eine sehr lange Einführung, nein, das ist auf jeden Fall richtig so.

00:03:05: Ja normalerweise machen wir das nicht so lang aber wir müssen hier die Hörer relativ zügig in dem Thema ankommen lassen und es ist ja doch recht komplex.

00:03:13: und wie gesagt da wird auch noch ein richtiges Gespräch.

00:03:17: So, jetzt habe ich mir überlegt wenn ich Sie etwas ausführlicher zum Eingang vorstelle sollte ich das mit Ihrem Unternehmen auch tun.

00:03:25: Outerion ist kein klassischer Rüstungshersteller sondern ein Software-Plattformanbieter für Software Defined Warfare.

00:03:35: Schon gesagt, im Jahr zwei tausend siebzehn gegründet.

00:03:37: Android für Drohnen liefert mit Outerions OS ein Hersteller unabhängiges Betriebssystem das Dronen verschiedenster Bau hat steuert vernetzt und wenn man so will intelligent machen kann.

00:03:52: Das Unternehmen ist transatlantisch aufgestellt, das habe ich bei ihrer Vorstellung auch schon kurz erwähnt dass Hauptquartier in Arlington Virginia da ist das Pentagon nicht soweit entfernt während der Software Hub in München und die Forschung und Entwicklungen zürich angesiedelt sind.

00:04:10: So Sofa, was sind denn Ihre Kernprodukte lieber Herr Meier um mal hier in das Gespräch zu kommen?

00:04:16: Ganz klar des Betriebssystems.

00:04:17: Das Betrieb-System heißt wie das Unternehmen, heißt Oterian OS ist via Android generisches Betriebesystem für Drohnen.

00:04:28: wir haben zum Beispiel auch die deutsche Banas Kunden Genauso wie SpaceX.

00:04:34: Das ist natürlich dann nicht im Verteidigungsbereich, sondern es geht um Streckenwartung bei der Deutschen Bahn oder Wartung der Raketenstart-Rampen für die Weltraumraketen von SpaceX und... Es ist App-basiert.

00:04:49: Das heißt, wir haben ein App Store für Autonomie und genauso wie das im Softwarebereich in sehr weites Feld ist zwischen, sagen wir mal, kommerzielle Anwendung und Verteidigungseinwendungen und doch recht ähnliche Technologie – es ist bei uns genau so der Fall.

00:05:03: Das heisst, es gibt Onboard Apps die machen Inspektionen und es gibt onboard Apps, die erkennen und verfolgen Ziele und damit wird ein eigentlich kommerzielles Betriebssystem dann eben auch waffenfähig in der Ukraine.

00:05:21: Jetzt ist es aber doch so, dass ich wenn ich hier in so einem ... wir heißen die DJ IceTor oder so gehe, dann kaufe ich mir eine relativ dumme Drohne und jetzt kann ich mir bei Ihnen aber so ein Kit kaufen das Teil intelligent macht mit dem was Sie können kompatibel richtig?

00:05:41: Prinzipär geht das.

00:05:43: Faktisch ist es natürlich so, dass wir gerade jetzt mit der Bundeswehr zusammenarbeiten und uns auch überlegen was bedeutet das dann im Kriegsfall.

00:05:52: Und da möchte man... Das letzte was man möchte ist chinesische Produkte umbauen.

00:05:56: Das macht überhaupt keinen Sinn.

00:05:57: Das ist auch nicht sinnvoll von den Wertschöpfeln in Deutschland.

00:06:00: Das heißt wir sind nicht darauf fokussiert, chinesischen Produkte Umzudengeln sondern Es geht darum deutsche Produkte zu bauen.

00:06:08: Da gibt es auch eine Partnerschaft mit Rheinmetall, auf die wir auch noch zu sprechen kommen.

00:06:15: Jetzt sprechen wir uns heute aber in einem besonderen Moment.

00:06:20: Wenn man sich auf das Gespräch vorbereitet stößt man recht schnell darauf dass sie gerade einen sehr erfolgreichen Test in Florida abgeschlossen haben.

00:06:32: da hat ein Soldat gleichzeitig mehrere Drohnen gesteuert und also drei Treffer erzielt, wenn ich das richtig verstanden habe.

00:06:43: Und das klingt jetzt für den Leinen so ein bisschen so naja okay dann hat halt drei Drohnen gesteuert.

00:06:49: aber es ist in der Militärtechnik durchaus ein großer Sprung korrekt?

00:06:55: Ich denke es sind große Sprungen weil dass das erste Mal ist mit echter Munition die auch wirklich dann das Ziel zerstört hat Entschwam ein Ziel angegriffen hat.

00:07:09: und bei dem Schwarm ist es eben nicht so, dass man irgendwie drei Drohnen gleichzeitig steuert sondern es gibt keinen Piloten mehr.

00:07:15: Sondern der Bediener wählt nur noch das Ziel an die Drohne fliegen da völlig autonom drauf zu und zwar mit Hilfe der Kamera.

00:07:24: Das heißt dann auch nicht von GPS abhängig, sondern funktioniert auch wenn der GPS-Empfang gestört ist.

00:07:33: Und das ist natürlich dann das öffnete Stor, dass es eben nicht nur drei sein können sondern auch zehn oder hundert.

00:07:41: Das ist eine völlig andere Skalierung wo wir sprechen selber von Dronenmagazinen und nicht mehr von Drohnen, wo ganz andere Anzahlen auf dem Schlachtfeld zum Einsatz kommen können.

00:07:54: und damit ist es uns gelungen und das vielleicht auch ganz wichtig Nicht nur das nachzubauen was zum Beispiel in der Ukraine im Einsatz ist, sondern tatsächlich einen Schritt weiterzugehen.

00:08:07: Weil es ist ganz wichtig für unsere eigene Verteidigungsfähigkeit dass wir natürlich mit den Innovationen in der Ukraine gleichschließen – ich war auch regelmäßig dort oder bin regelmäßig da – sondern gleichzeitig müssen wir uns natürlich auch überlegen wenn das zum Verteiligungsfall kommt dann müssten wir eigentlich dem Gegner voraus sein und deswegen ist es unglaublich wichtig weiterzudenken und genau das haben wir getan mit dem Schwarm.

00:08:33: Und zu meiner eigenen Überraschung, wir sind da eigentlich immer ganz demütig, sind wir damit in den Vereinigten Staaten die Ersten aber auch weltweit die ersten, die das gezeigt haben.

00:08:46: Wir haben jetzt gerade von einer Woche oder diese Woche bei der Eröffnung des Innovationszentrums in Erding auch ein Ziel getroffen mit vier Drohnen live vor.

00:08:57: Minister Pistorius.

00:08:59: In Deutschland ist man zurückhaltender mit echten Wirkmitteln, wie das hier heißt.

00:09:03: Also mit den Gefechtsköpfen.

00:09:04: Deswegen haben wir das noch nicht im scharfen Schuss gezeigt aber wir würden es natürlich auch sehr gerne hier tun.

00:09:10: Jetzt muss man dem leihen und da werden.

00:09:14: also in der Pandemie sind wir alle Zeit, alle kürzester Zeit zu Corona- und Pandemiefachleuten geworden.

00:09:20: zwischen sind alle zu Militärfachleute geworden Aber ganz soweit ist es ja vielleicht doch noch nicht Und insofern doch nochmal einen halben Schritt zurück.

00:09:28: Im Moment der Status quo ist ein Pilot eine Drohne?

00:09:33: Ja, und zwar nicht nur ein Pilot einer Drohnen sondern auch in den großen Mehrzahl zumindest drohen die komplett bis zur letzten Sekunde ins Ziel geflogen werden müssen von dem Piloten.

00:09:45: Das bedeutet man braucht einen Piloten der ziemlich gut ist und wir brauchen Piloten, der bis zum Schluss eine Videoverbindung hat und das es eben teilweise gar nicht gegeben.

00:09:55: Man muss vielleicht sich dort auch vor Augen halten, die Ukraine ist ein Sonderfall.

00:10:00: Das Schlachtfeld ist extrem flach verglichen jetzt mit der typischen deutschen mittelgebühnlichen Landwirtschaft und das heißt diese Taktik würde gar nicht funktionieren weil die Videosignale gar nicht über die Hügel kommen,

00:10:17: d.h.,

00:10:19: dass es ganz wichtig

00:10:21: Interessant, das heißt im Moment wenn man in den Nachrichten davon hört dass Russland die Ukraine gerade wieder mit hunderten Drohnen gleichzeitig angegriffen hat.

00:10:31: Da muss man sich schon so vorstellen dass irgendwo auf der anderen Seite der Grenze dann auch hundert russische Soldaten da sind jeweils eine dieser Drohne steuern.

00:10:42: Es kommt drauf an.

00:10:43: Also das, was wir lesen ist das, dass die Zivilbevölkerung betrifft.

00:10:46: Und das sind Drohnen, die tatsächlich über GPS-Signale, die halt nicht komplett gestört werden können, Ziele innerhalb der Ukraine angreifen und das heißt... Da ist dann eher kein Pilot involviert.

00:10:59: es gibt Ausnahmen.

00:11:01: Die große Anzahl der Drohne, die mit Piloten eingesetzt werden Das sind viel mehr als nur hunderte, das sind Tausende oder Zehntausende am Tag.

00:11:09: Die werden an der Frontlein auf ukrainische Stellung abgefeuert und die werden eben von Piloten gesteuert.

00:11:16: Also in der Tat, da hat sich die Kriegsführung komplett verändert und wenn man jetzt mit ihrer Technik den Schritt macht dass man diese Drohnen nicht dann mit tausenden Soldaten sondern nur mit einigen wenigen Steuern kann skaliert das gleich auf einen sehr großen Vorteil.

00:11:35: Das heißt ein kleiner Infanterietrupp entsprechend Drohnen ausgestattet sein kann und hat eine Feuerkraft, die noch bis vor kurzer Zeit unvorstellbar gewesen wäre in der Folge davon.

00:11:48: Also da hätte man dann eine Armada von Kampfhubschraubern oder so auffahren lassen müssen um sie zu erreichen.

00:11:54: wenn Sie mit dem was Sie entwickeln den Durchbruch erzielen?

00:11:59: Das ist korrekt.

00:11:59: und was sich auch verändert hat ist die Tiefe des Kampfes.

00:12:04: das heißt bis vor dem Ukrainekrieg war so ein Panzer geschützt, das Maße aller Dinge.

00:12:10: Also irgendwie zwei bis vier Kilometer und Drohnen operieren halt auch heute von zwanzig dreißig Kilometern tief.

00:12:18: Und das heißt dass sich der Kampf wahnsinnig in die Entfernung verlagert hat.

00:12:24: Man kann jetzt nicht sagen Drohne oder Panzer da ist eine völlig andere Kategorie entstanden Und ich glaube, deswegen ist es auch gefährlich zu sagen naja wir in den NATO.

00:12:34: Wir haben hier eine Luftwaffe und wir können das anders und wir haben besseres Gerät.

00:12:41: Leider haben unsere Gegner natürlich mit gelernt und wenden jetzt völlig andere Taktiken an als das noch vor wenigen Jahren der Fall war und deswegen müssen wir unbedingt umdenken.

00:12:55: Jetzt haben Sie ja schon erwähnt dass also hier in der Bundesrepublik Deutschland Geografische Nachteile für einen Drohnenkrieg, wie er im Moment in der Ukraine stattfindet existieren.

00:13:06: Aber es gibt ja nicht nur Geographie sondern eben auch das Stören von Signalen und das Abreißen von Funk-Kontakten.

00:13:13: Wie gehen denn die von ihrem System gesteuerten Drohne mit dem Problem um?

00:13:18: Entscheiden sie dann irgendwann selbstständig wo sie hinfliegen wenn der Kontakt zu dem Soldaten, den ihr doch noch steuert abreißt?

00:13:27: Ich erkläre erst mal, wie Sie damit umgehen.

00:13:28: Dann kommen wir zu der ethisch angehauchten Frage.

00:13:32: Also prinzipiell geht das System mit Geografie also dem Abriss der Funkverbindung weil man hinter den Bergrücken ist wie auch mit Störung genau gleichum nämlich wenn das Ziel aufgeschaltet ist dann wird das Ziel auch verfolgt und bekämpft und zwar auch ein bewegliches Ziel wie ein Fahrzeug.

00:13:49: Ich persönlich glaube, dass es unglaublich wichtig ist, dass die Zieleauswahl von Menschen getroffen wird.

00:13:54: Das heißt das der Zielbereich eingegrenzt wird und dass die Zielart eingegrenzt wird.

00:14:00: Dass die Zile auch idealerweise selbst angewählt werden.

00:14:04: Und das halte ich für absolut entscheidend und auch langfristig egal wie weit die Technik sich jetzt weiter entwickelt und wie sehr man das automatisieren kann notwendig.

00:14:18: Aber sobald das erfolgt ist und die Mission gesetzt ist, sind die Drohnen unabhängig sowohl von GPS als auch von der Funkverbindung und sind damit eben – also unsere aktuellen Modelle können aus circa einem Kilometer auf das Ziel aufgeschalten werden – damit auch unabhänig und störfest, selbst wenn da vor Ort dann ein starkes Störsignal

00:14:42: ist."

00:14:47: zu erledigen, eben doch irgendeine Störung auftaucht und das Ding fliegt ohne dass es das Ziel noch vor Augen hat, dass es ursprünglich treffen sollte durch die Gegend.

00:14:59: Was passiert dann?

00:15:00: Ich glaube, das ist den Einsatzregeln der verwendenden Armee zugewiesen.

00:15:07: entweder es wird in Angriff weitergeführt in den Zielbereich rein, der ja auch schon vorher bekannt ist oder das Gerät zerstört sich selbst in eine Lüftung.

00:15:15: Das ist auch immer eine Möglichkeit.

00:15:17: Jetzt hat Rheinmetall-Vorstand Timo Haas mal davon gesprochen, dass in der Ukraine mehr als zweihundert verschiedene Drohnsysteme im Einsatz seien was dort zu nennen des Chaos führe.

00:15:30: Ist dieser Android für Drohnensatz diese unterschiedlichen Systeme dann ja doch wieder unter einem einheitlichen vereinheitlichen könnte?

00:15:40: Der versucht, dieses Chaos zu ordnen oder eine potenzielle Möglichkeit dieses Chaos?

00:15:46: Ich denke das langfristig zwingend.

00:15:48: Mittlerweile sind es schon eigentlich eher sechswundert.

00:15:51: Das wird ständig mehr!

00:15:53: Unsere ukrainischen Partner nennen es selber den Zoo Weil da einfach alle möglichen Tierarten da sind und sehen, das heißt Problem.

00:16:02: Und es ist ja nicht so dass wir aus anderen Industrien die sehr ähnlich sind zum Beispiel Smartphones haben mir auch eine Kamera haben auch onboard Rechenleistungen haben auch Apps.

00:16:14: Auch dort gab es ja wahrscheinlich ungefähr dreizig vierzig verschiedene Hersteller mit dreißig verschiedenen Betriebssystem Unter anderem große Unternehmen wie Nokia und BlackBerry, aber am Ende setzen sich eben große Ökosysteme durch.

00:16:28: Und das waren bei den Telefonen war das Apple und Android.

00:16:35: Wir gehen davon aus dass sich das bei Drohnen genauso entwickeln wird weil die gleichen Marktzwänge und Marktdynamiken da sind wie dort eben

00:16:44: auch.

00:16:45: Jetzt haben sie selbst gerade Apple erwähnt und mir damit eine Frage aus dem Mund genommen, wenn sie jetzt Autarian OS das Android sind.

00:16:55: In diesem Markt gibt es denn da auch etwas, wovon man sich vorstellen könnte dass das Apple wird?

00:17:01: Also es gibt ja verschiedene Marktbegleiter sowohl im internationalen Rahmen als auch jetzt im deutschen nationalen Rahmen und was wir da sehen ist, dass da mehrere Unternehmen so die gleiche Strategie haben Das heißt, deren Verkaufsargument an den Kunden ist das alles aus seiner Hand zu nehmen.

00:17:22: Dafür sorgt es eben Konsistentes, dass man sich da komplett auf das eine Unternehmen verlassen kann.

00:17:28: Der Nachteil ist natürlich, dass von einem Anbieter abhängig ist was weder Unternehmen noch der Staat grundsätzlich so toll finden.

00:17:36: und ich denke die Geschichte wird zeigen ob es internationalen Markt dort Platz hat für einen amerikanischen, einen französischen, ein deutschen oder zwei deutsche.

00:17:49: Ein britischen und italianischen Player.

00:17:51: Ob es vielleicht den europäischen und den amerikanischem geben wird?

00:17:54: Das kann man sich durchaus vorstellen!

00:17:57: Oder ob es am Ende dann doch eben ein großer Spieler wird der sich international durchsetzt.

00:18:05: Aus unserer Sicht spricht ganz viel dafür das spezielle in Europa Die gemeinsame Software, die gemeinsame Sprache.

00:18:14: Das geht auch wieder auf meine persönliche Vita mit der Entwicklung des heute de facto Standard Kommunikationsprotokolls für Drohnen durchsetzen muss und wird.

00:18:25: Und ob dann starke lokale Hersteller mit diesem gemeinsamen Betriebssystem arbeiten was durchaus denkbar ist oder ob es zusätzlich noch vertikal integrierte Apples gibt.

00:18:39: Ich glaube, das wird sich ein bisschen zeigen auch anhand dessen, ob Europa in der Beschaffung noch zusammenwächst oder eher weniger?

00:18:47: Letzteres wäre ja auch unter vielen anderen Aspekten zu wünschen nicht nur bei diesem Software-Thema.

00:18:55: jetzt haben wir das schon gesagt.

00:18:58: sie nutzen Open Source und wenn man eine Sekunde innehält ist es gar nicht so intuitiv Open Source als Basis für Waffensysteme zu nehmen.

00:19:08: Das ist ja ein Spannungsfeld, das ist einerseits offene Software und die steckt dann im Kern von geheimer Militärtechnik.

00:19:18: wie lösen sie den Widerspruch auf?

00:19:20: Also bin ich da nicht bei den Apples ihrer mit ihrem wettbewerbsumfeld besser aufgehoben.

00:19:25: Ja, da kann ich Ihnen ein paar augenöffnende Dinge mitgeben.

00:19:29: Das eine ist tatsächlich der Kern des Apple-Betriebssystems Open Source und auf der Apple Website verfügbar.

00:19:36: Sowohl für Mac OS als auch für iOS.

00:19:39: es ist der Rest der Apple Software also die Anwendung, die das Produkt am Ende differenzieren.

00:19:44: Das ist bei uns genauso Auch wenn wir einen offenen Ansatz mit verschiedenen Herstellern fahren.

00:19:50: Die Kernsoftware ist Open Source, die Anwendung nämlich dann auch die das Ziel anfliegt sind nicht open source.

00:19:58: Das wäre auch nicht wünschungswert und genauso ist es bei unseren Marktbegleitern so.

00:20:04: Die reden nicht darüber aber natürlich verwenden sie genau gleiche Open Source Software und zwar einige davon auch effektiv die Open Source software die ich als Student entwickelt habe weil das ist einfach der gold Standard.

00:20:17: jeder verwendet Linux in den Waffensystem und es ist ganz egal, ob die von Rheinmetall oder MBDA oder Leonardo oder von neuen deutschen Start-ups kommen.

00:20:29: Da ist überall Embedded Linux drin und das ist einfach der Gold Standard für Embeddit Computing und Bildverarbeitung geworden.

00:20:45: Was wir machen, ist dass wir das eigentlich nur transparent machen wie diese ganze Industrie schon lange funktioniert.

00:20:50: Spannend!

00:20:51: Es ist Rheinmetall ein Düsseldorfer Konzern den ich in einem früheren journalistischen Leben auch schon mal begleitet habe und der damals vollkommen langweilig war und keiner hier die Stücke von mir Rhein-Meter lesen wollte.

00:21:07: The Times are changing.

00:21:09: Rheinmetall ist auch als Investor bei Ihnen eingestiegen und Sie arbeiten mit denen auch zusammen.

00:21:14: wollen, Sie Ihren Partnern hier aus Deutschland jetzt nur in Anführungsstrichen Ihre Software dezentrieren oder entwickeln sie da auch gemeinsam Hardware?

00:21:24: Also es die Frage was gemeinsame Entwicklung bedeutet.

00:21:28: wir sind natürlich ganz eng dran mit Rhein-Metall, mit ukrainischen Unternehmen an der gemeinsamen Entwicklung.

00:21:36: das Nur so bekommt man ein sehr integriertes solides Produkt hin.

00:21:41: Das heißt nicht, dass wir Drohnen entwickeln.

00:21:45: Das machen immer unsere Partner und die Partnerschaft mit Rheinmetall ist vielleicht auch ähnlich zu der frühen Partnerschaft von Microsoft und IBM – das vergisst man manchmal – ist eigentlich eine, die sehr gut zusammenpasst.

00:22:00: Weil Rhein-Metall bringt industrielle Skalierung mit, ist natürlich auch ein Konzern sich im Drohnenbereich engagiert, aber all das was wir in den letzten acht Jahren aufgebaut haben und die Geschwindigkeit die wir aufgebaut habe.

00:22:14: Das kann man natürlich nicht einfach aus dem Boden stampfen.

00:22:16: innerhalb von ein zwei Jahren und das bringen wir diese Partnerschaft ein und genauso arbeiten wir auch mit kleineren deutschen oder europäischen Startups zusammen und können damit der Bundeswehr Sowohl die industrielle Größe von Rheinmetall bieten, als auch die Innovationen von kleineren Partnern.

00:22:34: Und das ist genau der Grund, warum sich Rhein-Metall für uns entschieden hat.

00:22:38: Weil dort ganz klar die Strategie ist ein Gesamtportfolio an den Kunden anzubieten und es ist damit eine Stärke dass noch Drohnen anderer Hersteller mit reinkommen weil sie können in die größeren Rheinmettallwaffensysteme integriert werden.

00:22:56: Ist es dann auch vorstellbar, dass so eine deutsche Reinmetalldrohne die mit ihrem System funktioniert und die Drohne eines amerikanischen Herstellers.

00:23:08: Die mit ihrem system funktioniert dann halt eben gemeinsam gesteuert werden und vorgehen können?

00:23:15: Absolut!

00:23:15: Und ich glaube fast noch wichtiger ist das die deutsche und niederländische Drohnen.

00:23:19: was stand der Technik bereits heute der Falles?

00:23:22: wir haben nieder ländischer Aufklärungsdrohnen im Einsatz in der Ukraine.

00:23:26: Und es braucht einfach eine Integration der Wirkkette, wie man so schön sagt und dazu ist es notwendig dass die NATO eine gemeinsame Sprache spricht.

00:23:36: das heißt Es braucht einen Softwarestand und dort wird sich die NATO so oder so hin entwickeln müssen und da gibt es gar keine Frage.

00:23:48: also es ist unvorstellbar.

00:23:51: also stellen Sie sich mal vor dass jedes Land ein anderes Betriebssystem hat bei einem Laptop oder bei einem Telefon.

00:23:59: Und genauso ist es unvorstellbar, dass das bei Drohnen der Fall sein wird und deswegen ist das wie zwingend gerade in Europa.

00:24:08: jetzt klingt das alles sehr plausibel und das finden Investoren von ihnen auch.

00:24:15: sie sind oder gelten als solide ausgestattet finanziell.

00:24:21: Zuletzt gab es eine hundertdrahtsich Millionen Dollar Series B Finanzierung.

00:24:25: Und wenn ich das jetzt richtig hier zusammengesucht habe, dann liegt ihre Bewertung derzeit bei mehr als sechshundert Millionen US-Dollar?

00:24:32: Das ist richtig!

00:24:35: Die dürfte mittlerweile deutlich drüber liegen weil wir wachsen... Ja,

00:24:43: das stand im Kontext mit dieser Finanzierung und okay also fair enough.

00:24:46: jedenfalls Steckt dahinter ja ganz offensichtlich ein Geschäftsmodell, über das wir auch noch eine Sekunde reden müssen.

00:24:53: Denn wie verdienen sie ihr Geld?

00:24:55: Durch das verkaufende, zensierende Software von Hardwareboxen die halt drohen mit ihrer Technik ausstatten.

00:25:08: Das heißt es ist kein Not des System mit anderen Dingen.

00:25:12: Wie muss man sich das vorstellen?

00:25:13: oder Rechnen Sie per Flugstunde ab, das wäre ja auch noch eine Möglichkeit.

00:25:20: Nein also ich glaube die nutzungsdauerbasierte Geschichte da ist die Industrie noch weit weg davon.

00:25:30: Die Drohneindustrie ist wenn man sich das anschaut und es jetzt mit Windows vergleicht dann ist sie eigentlich so eher in dem Und die ist dann enthalten im Gesamtpreis der Drohne das Wiederumkauf der Endkunde ein und damit ist es relativ einfach, noch einfach zu verstehen.

00:25:55: Das ist sehr effizient für uns was auch bedeutet dass wir schon letztes Jahr profitabel waren und dieses Jahr deutlich profitabler werden trotz Finanzierung.

00:26:07: Das heißt die Finanzierung ist für uns nicht ein Weg sagen wir mal die initialen Kosten zu decken sondern einfach nur noch zu beschleunigen.

00:26:16: Und das gelingt, sie skalieren schnell genug angesichts der Nachfrage?

00:26:21: Wir haben

00:26:22: unseren Umsatz im letzten Jahr vervierfacht also... Okay

00:26:25: und Sie finden auch die Leute, die Sie brauchen an den Standorten, die sie haben?

00:26:30: Ja dass ist vielleicht mittelgrund für unsere Standortwahl weil wir uns einfach dort entschieden haben zu investieren wo wir die richtigen Leute für die richtungen Aufgaben finden.

00:26:45: Die Mitarbeiter-Suche ist für jedes Unternehmen immer eine Herausforderung.

00:26:49: Aber ich muss ganz ehrlich sagen, gerade was das Engineering Talent angeht sind wir recht zufrieden und kommen gut voran und finden die Leute, die wir brauchen!

00:27:01: Ich komme schon zu den drei letzten Fragen, die Behörerinnen und Hörern.

00:27:04: Wenn Sie lieber Herr Meier Mit ihren Erfahrungen jetzt in den USA und Europa, aber auch in Deutschland speziell natürlich hier auch an unserem Heimatland.

00:27:13: Wenn Sie da die Beschaffungsprozesse vergleichen... Also da gilt die Bundeswehr ja nicht so als State of the Art und dann mit denen im Pentagon.

00:27:22: Wo liegen denn eigentlich die größten Unterschiede in der Geschwindigkeit bei der Beschaffung?

00:27:26: War den Armeen jetzt in Amerika oder in Europa-Durchland?

00:27:32: Also historisch gesehen waren die Amerikaner natürlich viel industriefreundlicher und innovativer, deswegen das ist kein Geheimnis.

00:27:40: Ich muss aber sagen unter der neuen deutschen Bundesregierung hat sich das Schlagartig geändert.

00:27:46: Ich war sehr überrascht nach Ausbruch des Ukrainekrieges dass ich relativ wenig geändert habe was neue Technologien angeht.

00:27:54: natürlich wurden Waffen im größeren Umfang geliefert.

00:27:58: in den letzten anderthalb Jahren spüren wir eine komplette Kehrtwende Und da wird in neue Technologie investiert.

00:28:08: Da werden Beschaffungsprozesse gekürzt, es ist deutlich einfacher mit der Bundeswehr und dem Ministerium auch im Austausch zu sein.

00:28:18: Ich muss sagen das freut mich extrem und ich bin dort sehr optimistisch weil Deutschland also zumindest das Bundesverteidigungsministerium muss sich jetzt nicht mehr hinter den Amerikanern verstecken, sondern ist da gleich auf in Geschwindigkeit, in der Aggressivität und in der Risikofreude.

00:28:38: Und das macht jetzt richtig Spaß!

00:28:41: Wir haben Frage zwei ganz am Anfang über DJI gesprochen – also überall chinesische Drohnen.

00:28:49: Jetzt können die dort schon lange eine ganz hohe Anzahl von Dronen in kurzer Zeit produzieren?

00:28:58: Kriegen wir das in Europa denn auch hin, jenseits der Software auf diese Masse zu skalieren?

00:29:03: So schnell wie es geht.

00:29:05: Ja ich bin ja sehr optimistisch.

00:29:07: also die Ukraine haben das ja aus dem Stand raus und die produzieren die Wohnungen die Drohne in Wohnung Kiew.

00:29:15: Aus dem Stand heraus ziemlich schnell geschafft innerhalb von ungefähr einem Jahr zwei Millionen im zweiten Jahr gegen vier Millionen Drohnen herzustellen mit deutschen Automobilindustrie und den ganzen Zulieferern, die auch ähnliche Fertigungsprozesse haben.

00:29:32: Wäre das problemlos möglich?

00:29:34: Die Frage ist eher wie bereiten wir uns auf einen eventuellen Verteidigungsfall vor?

00:29:41: also wie viel traut sich die Bundesregierung jetzt schon einzukaufen und wie viele Produktionskapazität wird vorgehalten?

00:29:51: Ich glaube die Industrialisierung an sich ist nicht wirklich das Thema, weil diese Geräte sind doch recht einfach, wenn man das zum Beispiel mit dem Auto vergleicht.

00:30:01: Da sind ja X-Steuergeräte ganz viele komplizierte Dinge in einem Auto verbaut und da schafft Deutschland auch mehrere Millionen pro Jahr.

00:30:10: Die Komplexität von der Drohne ist ein Bruchteil davon.

00:30:13: Letzte Frage also jetzt hat ein Soldat In Florida?

00:30:19: Oder das war wahrscheinlich noch kein Soldat, sondern ein Mitarbeiter von Ihnen.

00:30:24: Das war

00:30:24: ein Ranger.

00:30:25: Also

00:30:27: ein Soldat hat schon drei Drohnen gesteuert.

00:30:30: Soweit sind wir jetzt schon.

00:30:32: wenn wir uns in fünf Jahren widersprechen würden wie viele Drohne steuern einen Soldat dran?

00:30:39: Ich glaube es kommt auf die Aufgabe drauf an aber mit Sicherheit was möglich ist im hunderte Bereich.

00:30:46: Wir haben auch schon ohne Sprengköpfe, aber wir haben auch schon Zweiundzwanzig Drohnen im Einsatzparallel gehabt.

00:30:53: Das heißt, da ist wirklich kein echtes Limit dar, sondern das ist einfach eine Frage was es im Einsatz sinnvoll?

00:31:02: Dann gibt es eher so die physischen Einschränkungen.

00:31:05: also Wir haben das mal ausprobiert mit Batterien und mit dem Gefechts Kopf.

00:31:11: Wenn man das sagen wir mal unter vierzigfünfundvierzig Kilo halten will kann man acht Drohne tragen und das ist also die klassische Infanterie-Magazingröße.

00:31:19: Das hängt mehr damit zusammen, was man einem Soldaten als dauerhafte Tragelast zu muten möchte als jetzt eine technischen Einschränkung.

00:31:28: Ein Blick in die Zukunft moderner digitaler Software getriebener Kriege, die hoffentlich niemals beginnen, weil man dem Gegner signalisiert dass man so gut ist wie man ist.

00:31:46: Gemeinsam ... mit Dr.

00:31:48: Lorenz Meier, dem Co-Grunder und CEO von Autarian einem Unternehmen,... ... das Sie Hand aufs Herz sehr wahrscheinlich vor diesem Podcast noch nicht kannten... ... von dem sie aber da bin ich mir sicher heute zwar vielleicht zum ersten Mal, aber nicht zum letzten mal gehört haben.

00:32:08: Vielen Dank für Ihre Zeit lieber Herr Meier!

00:32:12: Vielen lieben Dank für die Einladung.

00:32:13: Ich habe mich sehr gefreut.

00:32:15: Und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörern, abermals fürs Zuhören in dieser Woche.

00:32:20: Danke für Ihre Treue!

00:32:21: Bis ganz bald!

00:32:23: Tschüss!

Über diesen Podcast

Im Podcast "F.A.Z. Digitalwirtschaft" (früher FAZ D:ECONOMY) sprechen die Redakteure der FAZ über neue Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft, in der Industrie 4.0 - und in der Technik. Wir diskutieren miteinander und auch mit Gästen – dabei ordnen wir die aktuellen Themen rund um Digitalisierung und Technologie ein. Dabei geht es nicht nur um Bits und Bytes, sondern auch um einen größeren gesellschaftlichen Kontext.

Zur App für iOS und Android: https://app.adjust.com/8sasetq_gxy4985
Mehr erfahren: https://fazdigitec.de

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

Abonnieren

Follow us